Neulich war Christian Deker, Redakteur bei SPIEGEL ONLINE, bei uns zu Gast, um sich mit uns über Virales Marketing zu unterhalten. Wir sprachen lange über unsere Arbeit, über einige aktuelle Projekte, die wir betreuen unter anderem über das Weblog für die fischerwerke. Obwohl unser Büro, eine „karge, ausgebeinte Altbauwohnung mit kahlen, weißen Wänden“ auf unseren Besucher offenbar etwas kühl und abweisend gewirkt haben muss, ist der Artikel insgesamt doch recht positiv ausgefallen.

Das war nicht unbedingt zu erwarten. In der Vergangenheit war der SPIEGEL nämlich nicht gerade zimperlich, wenn es darum ging, das Virale Marketing in die Pfanne zu hauen. „Was also bleibt vom Konzept des Viralen Marketing?“ fragte beispielsweise Netzwelt-Redakteur Frank Patalong im Jahr 2000 in seinem Artikel „Virales Marketing“: Kalter Kaffee, Mund zu Maus.“ „Eine ganze Menge! Der Begriff beispielsweise, und verbunden damit eine Ausweitung des Werber-Vokabulars, dass man sich nicht nur auf Kongressen gegenseitig an den Kopf werfen kann, sondern auch dazu taugt, in den Chefetagen zahlreicher Unternehmen frische Werbe-Etats loszueisen.“

Sechs Jahre danach habe ich mehr denn je die Gewissheit, dass aus dem Buzzword von einst eine „erwachsene“ Marketingdisziplin geworden ist. Nicht, weil der SPIEGEL inzwischen wohlwollender darüber berichtet, sondern weil ich inzwischen viele Leute kennen gelernt habe, die es mit dem Viralen Marketing Ernst meinen, die Grundhaltungen, Überzeugungen und Sichtweisen teilen, die nicht an kurzfristigen Effekten interessiert sind, sondern eine langfristige Wirkung anstreben. Und diese Leute kommen heute, da hatte Patalong seinerzeit durchaus Recht, immer öfter auch aus Unternehmen.

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