Paparazzi-Foto

Tag am Meer: Am Strand von La Jolla, nahe San Diego, wäre mir heute um ein Haar ein sensationeller Schnappschuß gelungen: das Weiße Kaninchen beim Baden! Aber eben leider nur fast. Fand das Kaninchen nämlich gar nicht witzig. Na ja, vielleicht hätte ich warten sollen bis es seine Badehose an hat. Jetzt weiss ich wenigstens, warum es immer diesen Schirm mit sich herumträgt. Aua!

Eine kurze Mitteilung, an alle Leser, die über eine Postkarte hier hergefunden haben: Vielen Dank, dass ihr vorbeischaut. Hier im Blog erzähle ich von der Reise, die ich mit dem Weißen Kaninchen unternehme. Wir sind schon seit Anfang März unterwegs in den USA und ich berichte, was wir so erleben und was mir dabei alles durch den Kopf geht. Oft drehen sich meine Gedanken um das, was ich beruflich mache, aber nicht nur. Wer keine Lust auf Marketinggeschwafel hat, kann einfach die Kategorie „Das weiße Kaninchen“ anklicken und … simsalabim … es erscheinen nur Beiträge, die nichts mit Marketing zu tun haben.

Wer keine Postkarten erhalten hat, aber gerne eine von uns geschickt bekommen mag, kann eine kurze Mail an folgende Adresse schreiben: info@folge-dem-kaninchen.de. Wir würden uns freuen!



Von Thomas Zorbach am 10. Mai 2012
in Das weiße Kaninchen, Journey 2012

Transmedia California – On the road to somewhere

Auf meiner Forschungsreise kreuz und quer durch die USA bin ich länger in Kalifornien hängengeblieben. Das hatte aber weniger mit dem angeblich tollen Wetter hier zu tun, von dem immer alle reden. Nein, leider war es ausgerechnet in diesem Jahr ungewöhnlich kühl für die Jahreszeit. Während in Pittsburgh die Studenten schon in Flipflops zur Uni schlurften, trug man an der Westküste noch Winterjacken. Der Grund für meinen längeren Stopp unter der nicht vorhandenen Sonne Kaliforniens war die hiesige, äußerst lebhafte und gut vernetzte Transmedia-Szene.

Ich habe die „Transmedia Hollywood 3 – Rethinking Creative Relations“ und anschließend die „Transmedia San Francisco – How to geht ahead in Advertising and Gaming“ besucht. Ich habe hier und da im Blog kurz darüber berichtet. Außerdem habe ich mich auf Kickstarter, die Crowdfunding-Platform der Stunde, als Investor beim Alternate Reality Game „The Micacle Mile Paradox“ betätigt und mir dadurch ein Rolle in der Geschichte erschlichen. Produziert wird die Experience von einigen führenden Köpfe der Transmedia-Gruppe in Los Angeles und ich bin schon gespannt, was ab Juli passieren wird.

Inzwischen wurden zu beiden Veranstaltungen Video-Dokumentation veröffentlicht. Für mich ist es sehr interessant zu erleben, worüber in den USA diskutiert wird und aus erster Hand zu erfahren, welche Erfahrungen mit Transmedia Storytelling hier in Theorie und Praxis gesammelt worden sind. Dabei hat sich mein genereller Eindruck verfestigt, dass die Disziplin noch ganz am Anfang steht, sowohl was Ausdrucks-und Erzählformen, als auch was Erlösmodelle anbelangt. Eine Aufbruchstimmung ist deutlich spürbar, aber noch weiß niemand so recht, wohin die Reise geht. Die Videos vermitteln einen guten Eindruck davon.

Transmedia Hollywood , Panel 3: Working on the Margins – Who Pays for Transformative Works of Art?

Transmedia San Francisco – – How to geht ahead in Advertising and Gaming“

Weitere Videos von der Transmedia Hollywood 3



Von Thomas Zorbach am 9. Mai 2012
in Alternate Reality Games, Journey 2012, Konferenzen, Transmedia Storytelling

Kaninchengespräche #003: Der Autor – Lost in Storyspace?

„Standing alone in the pyrenees, pretending to be myself, pretending to be someone else, in a real life role play version of my own novel. Just how bizarre is that?“ So versuchte Sean Thomas alias Tom Knox, Autor von „Cagot“, sein Innenleben während des Alternate Reality Game-Showdowns im Baskenland mit Live-Tweets in Worte zu fassen. Dass Autoren von ihren Figuren, die sie erschaffen haben heimgesucht und um den Schlaf gebracht werden, hört man immer wieder. Die immersive Wirkung eines Alternate Reality Games kann jedoch ungleich höher sein und mitunter gar ein Reality Distortion Field verursachen wie im Fall von Tom Knox.

In der dritten Folge der Kaninchengespräche rund um Immersion, Transmedialität und Storytelling widmen wir uns ganz der Perspektive des Autors. Von Stephan M. Rother, Autor des Psychothrillers „Ich bin der Herr deiner Angst“ (Rowohlt), erfahren wir aus erster Hand welche Erfahrungen er beim gleichnamigen Alternate Reality Game mit dem transmedialen Erzählen gesammelt hat. Wie erlebt es ein Autor, wenn seine Story auf diese Weise vermarktet wird? Was geht in ihm vor, wenn er eine Figur verkörpert, die er selbst erschaffen hat und von der er weiß, dass sie im Roman auf bestialische Weise ermordet wird? Und welche Beziehung entwickelt er zum Publikum, das bei einem ARG entscheidenden Einfluss hat, wie sich die ganze Geschichte entwickelt?

Kaninchengespräche #003: Der Autor – Lost in Storyspace? by vm-people

Aus Produzentensicht ist es immer förderlich wenn der Autor ein gewisses Verständnis für die Materie mitbringt. In dieser Hinsicht war Stephan M. Rother ein absoluter Glücksfall. Denn mit „Magister Rother“ hatte er einerseits bereits während seiner Studienzeit eine Bühnenfigur erfunden und verkörpert. Anderseits hatte er im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit Artikel für Rollenspielmagazine geschrieben. Wir mussten ihn also nicht lange bitten, die Rolle des unglückseligen Kriminalkommissars Hartung zu übernehmen. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit, Stephan. M. Rother!

Der Autor in Action – Stephan M. Rother als Hauptkommissar Ole Hartung in einer Ingame TV-Reportage

Das Interview führte Patrick Breitenbach. Der Intro-Track by Codex Machine, „You can never escape the underground“

Dieser Podcast ist Teil einer Mini-Serie um die Themen Immersion, Transmedialitä und Storytelling:

Kaninchengespräche #001: Der Puppetmaster – ein moderner Geschichtenerzähler packt aus
Kaninchengespräche #002: Das Publikum – Mittendrin statt nur dabei
Kaninchengespräche #003: Der Autor – Lost in Storyspace?
Kaninchengespräche #004: Der Verlag – Vom Leser zum Erleber? (folgt)



Von Thomas Zorbach am 7. Mai 2012
in Aktuelle Fallbeispiele, Alternate Reality Games, Das weiße Kaninchen, Journey 2012, Podcast, Transmedia Storytelling

Atemlos in Austin

Ausgelaugt und Ausgehungert: das weiße Kaninchen in Texas im Anschluss an die SXSW



Von Thomas Zorbach am 3. Mai 2012
in Das weiße Kaninchen, Journey 2012

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Die Markenultras

Über eine notwendige Neubestimmung des Fan-Begriffs

In den 1950er Jahren machten Beobachter unter Anhängern italienischer Fußballvereine eine Veränderung aus. An vielen Orten begannen sich Jugendliche zusammenzuschließen, um ihre Lieblingsmannschaft gemeinsam zu unterstützen. Besondere Kennzeichen dieser Gruppen waren Rituale, mit denen die Spiele des eigenen Teams fortan begleitet wurden. Dazu gehörten unter anderem ein spezieller Dresscode, Choreografien im Stadion und Sprechgesänge. Nach außen diente dieses Rudelverhalten der Abgrenzung gegenüber anderen Vereinen, nach innen sorgte es für den Zusammenhalt. Das Engagement dieser fußballverrückten Gruppierungen ging weit über das bislang bekannte Maß hinaus. Die Medien fanden schnell einen Namen für die neue Bewegung: man nannte sie „Ultras“, ein lateinisches Wort, das auf Deutsch „darüber hinaus“ bedeutet. Nachdem sich die Ultra-Bewegung in den darauffolgenden Jahrzehnten in ganz Europa ausbreitete, kam sie in den 1990er Jahren auch nach Deutschland. Inzwischen gibt es fast bei allen Vereinen von der ersten bis zur dritten Liga Fan-Gruppen, die sich als Ultras, als harten Kern der Anhängerschaft sehen und die die Vorherrschaft gegenüber unorganisierten Fanclubs übernommen haben. Vertreter der Ultras stehen dabei in stetigem Kontakt mit der Vereinsführung und verhandeln über ihre Interessen.

Heute ist das Phänomen besonders engagierter Anhänger längst nicht mehr nur in der Fußballszene zu beobachten. Inzwischen prägt es auch die Welt der Waren und Dienstleistungen. Es äußert sich zum Beispiel in jener überbordenden Kreativität, mit denen manche Menschen mithilfe modernster Produktions- und Online-Distributionsmittel persönliche und individuelle Liebeserklärungen an Konsumgüter abgeben, sei es per Video, Fanfiction oder in Form eines Markenschreins aus Bildern auf Pinterest. Besonders ausgeprägt ist jenes über das normale Maß hinausgehende Engagement, das die Ultra-Bewegung kennzeichnet, in der Kulturgüterindustrie. Man wird ihm gewahr, wenn sich Jugendliche in das Gewand ihres Lieblingscomic-Helden werfen und sich bei Treffen wie auf der Leipziger Buchmesse zusammenfinden. Oder wenn sich immer wieder sonntags, hartgesottene Tatort-Zuschauer punkt 20:15 Uhr vom dem Fernseher versammeln, während sie sich parallel, via Twitter auf dem Second Screen austauschen. Die Rede ist hier ganz allgemein von „Menschen, die längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für sie externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen oder abstrakten Fanobjekt haben und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Zeit und/oder Geld investieren.”

„Giorgio loves Sonic“: Liebeserklärung an eine US-Fastfood-Kette

Diese Typisierung stammt aus dem Buch „Fans – soziologische Perspektiven“ und sie macht vor allem eines deutlich: Zwischen dieser Definition und dem allgemeinen Verständnis von weiten Teilen der Marketingwelt dessen, was ein Fan ist, liegt eine große Divergenz. Nach der Ursache für dieses Missverständnis muss man nicht lange fahnden. Sie liegt in der Verbreitung von Facebook. Seitdem sich das soziale Netzwerk auf breiter Ebene durchgesetzt hat und die Nutzerzahlen eine große Reichweite versprechen, gilt die Menge der „Fans“ wie Facebook anfänglich die Zahl der gesammelten Kontakte bezeichnete, als relevante Messgröße für den kommunikativen Erfolg in Social Media. Unternehmen übertreffen sich gegenseitig mit Erfolgsmeldungen was die Größe ihrer Fangruppe auf ihrer Page anbelangt: Coca Cola hat bereits über 49 Millionen, die Lufthansa hat kürzlich die 1 Million-Fan-Marke überschritten. Das Problem: Das nach wie vor vorherrschende Paradigma der alten Marketingschule, das sich im klassischen Reichweitendenken nach dem Motto „Schneller, Höher, Weiter“ manifestiert, hat zu einer vollständigen Verwässerung und Entwertung des Fanbegriffs geführt. Ein Facebook-Nutzer, der einen „Gefällt mir“-Button klickt, erklärt seine grundsätzliche Bereitschaft zur Interaktion und zum Dialog. Nicht mehr und nicht weniger. Sie ist nicht Ausdruck einer längerfristigen Bereitschaft zu einer leidenschaftlichen Beziehung. Das große Missverständnis gipfelt in der Tatsache, dass Fankontingente (bestehend aus Fake-Profilen) auf Ebay ersteigert werden können. Sondiert man das aktuelle Angebot, scheinen die Geschäfte mit den Fake-Fans nicht schlecht zu laufen. Hauptsache die Zahlen stimmen. Dabei ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich auf einer Facebook-Page auch ein paar echte Fans tummeln. Doch haben Unternehmen in der Regel keinerlei Sensorik ausgebildet, um die Spreu vom Weizen, beziehungsweise, um „Gefällt-mir-Klick-Lemminge“ von einem echten Fan – einem „Markenultra“ – zu trennen. Woran aber erkennt man einen wahren Fan?

Kevin Kelly, Mitgründer des Wired-Magazins hat mit besonderem Blick auf Kulturschaffende bereits im Jahr 2008 beschrieben, wodurch sich ein wahrer Fan auszeichnet. „A True Fan defined as someone who will purchase anything and everything you produce. They will drive 200 miles to see you sing. They will buy the super deluxe re-issued hi-res box set of your stuff even though they have the low-res version. They have a Google Alert set for your name. They bookmark the eBay page where your out-of-print editions show up. They come to your openings. They have you sign their copies. They buy the t-shirt, and the mug, and the hat. They can’t wait till you issue your next work. They are true fans.“ Kelly rechnet vor, dass einem Künstler 1.000 wahre Fans genügen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und plädiert entschieden dafür, Autoren sollten nicht auf den Bestseller und Musiker nicht auf den Chartbreaker spekulieren, sondern sollten stattdessen ihren Fokus auf die Pflege der Beziehungen zu ihren Fans legen. Nach Kelly liegt der Schlüssel für den Erfolg nicht im Streben nach Masse, Quantität und Reichweite, sondern in Klasse, Qualität und Fannähe. Auf die Unternehmen bezogen bedeutet dies, dass Investitionen in Social Media hauptsächlich mit dem kommunikativen Ziel betrieben werden sollten, günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung einer eigenen Ultra-Bewegung zu schaffen. Die Realität indes sieht in den meisten Fällen anders aus. Was aber ist der Wert eines wahren Fans?

Wir führen mit vm-people seit einigen Jahren Projekte für die Buchbranche durch, im Auftrag von Verlagen und Buchhändlern. Dabei arbeiten wir in den meisten Fällen direkt mit den Autoren zusammen und stehen oft auch im direkten Kontakt mit ihren Fans. Aus diesen Erfahrungen resultieren einige Erkenntnisse, was den Wert von besonders involvierten Fans anbelangt; diese lassen sich ohne weiteres auf andere Branchen übertragen.

Wahre Fans sind Frühadoptoren: Sie gehören zu den ersten Käufern eines Titels und bestellen das Buch bereits online, Wochen und Monate vor dem Erstveröffentlichungstermin.

Wahre Fans starten die Mundpropaganda: Sie gehören zu den ersten Lesern und sind im Anschluss an die Lektüre gerne bereit, ihre Meinung kundzutun – per Blogpost, per Rezension bei Amazon oder per Video auf Youtube.

Wahre Fans sind weniger preissensibel: Sie warten nicht bis das Buch ihres Lieblingsautors im Taschenbuch erscheint. Sie kaufen das Hardcover, auch wenn es wesentlich teurer ist.

Wahre Fans sind toleranter: Sie verzeihen Fehler, weil sie positiv voreingenommen sind und teilen dem Verlag oder dem Autor gerne mit, dass beim Druck etwas schief gegangen ist und eine Seite fehlt.

Wahre Fans springen in Krisenzeiten in die Bresche: Sie nehmen den Verlag oder den Autor in Schutz und verteidigen ihr Fanobjekt gegenüber den Angriffen von Gegnern, auch im Falle eines „Shitstorms“.

So groß ihr Wert ist, der Dialog mit echten Fans ist zeitintensiv und bedarf der nötigen Ressourcen im Unternehmen. Die Ultras in der Fußballszene bedeuten für die Verantwortlichen im Verein mitunter viel Arbeit und manchmal auch Stress. Denn teilweise stehen die (wirtschaftlichen) Interessen des Vereins, den Bedürfnissen der Fan-Kultur konträr entgegen. In solchen Fällen kann es zu Konflikten kommen, die sich in Aggression und Gewalt entladen, die sich auch gegen den Verein selbst richten können. Anders als in der Hooligan-Szene, ist diese Gewalt aber niemals Selbstzweck. Eine ähnliche Bereitschaft, zwar nicht zur Gewalt, aber zum aggressiven Aufbegehren, lässt sich auch unter vernetzten Markenfans beobachten. Erst kürzlich liefen beispielsweise die Anhänger des Videospiels Mass Effect Sturm, die vom Ende des dritten Teils der Reihe so enttäuscht waren, dass sie den Hersteller Bioware mit gezielten Protestaktionen attackierten. In solchen Krisensituationen ist es von Vorteil, wenn das Unternehmen, ähnlich wie Fußballvereine, Kontakte zu Repräsentanten der Fancommunity pflegt, um auf den Gegenwind rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.

Anders als im Fußball ist die Welt der Markenfans bislang kaum erforscht. In den USA untersucht Konvergenzexperte Henry Jenkins die Fan-Szenen großer Entertainment-Franchises wie Star Wars oder Harry Potter. Eine der wenigen Ausnahmen in Deutschland bildet die Analyse der beiden Konsumforscher Peter Kenning, Professor für Marketing an der privaten Zeppelin Universität in Friedrichshafen und Kai-Uwe Hellmann, Privatdozent am Institut für Soziologie der TU Berlin und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Konsum- und Markenforschung in Berlin. In ihrer im Jahr 2009 veröffentlichten Studie gehen Kenning und Hellmann der Frage nach, mit welchen Mitteln die Unternehmen echte Markenfans für sich gewinnen können. Neben der Einsicht, dass sehr viel mehr Marken aus den verschiedensten Branchen sich als Fan-Objekt eignen als man vermuten würde, sind es drei Schlüsselerkenntnisse, die bei der Neubewertung des Fanbegriffs beachtet werden müssen und aus denen sich unmittelbare Handlungsoptionen für das Markenmanagement jenseits von Maßnahmen der Reichweitenoptimierung ableiten.

1. Zum Markenfan wird man durch emotionale Schlüsselerlebnisse gemacht
Unternehmen müssen emotionale Anlässe schaffen, ähnlich dem Gewinn einer Fußballmeisterschaft, die gemeinsam erlebt werden können und die eine Art Initiationsprozess auslösen.

2. Fans haben das Bedürfnis ihre Marke in regelmäßigen Abständen zu ritualisieren
Unternehmen müssen Plattformen bieten, auf denen Fans ihre Kreativität ausleben können und ihre Marke zelebrieren können, genau wie die beeindruckenden Choreographien der Ultra-Bewegung in den Stadien.

3. Das Mittel zur Kreierung von Markenfans ist Storytelling
So wie jeder neue Spieltag in der Fußball-Bundeliga Stoff für unzählige Geschichten bietet, müssen auch Unternehmen immer neue Geschichten über ihre Marken erzählen, damit diese in der Anhängerschaft geteilt werden können.

Aber wie gut kennt ein Unternehmen eigentlich seine treuesten Fans? In Workshops praktiziere ich dazu eine einfache Übung. Ich lasse die Teilnehmer die Namen von Kunden notieren, von denen sie glauben, dass ihr Involvement weit über das normale Maß hinausgeht. Es ist immer wieder erstaunlich wie wenige Namen am Ende auf den Listen landen, was in der Regel nicht daran liegt, dass das Unternehmen keine Fans hat. Nein, die Ursache liegt darin begründet, dass kein Bewusstsein für den Wert von wahren Fans und daraus folgend, keine Instrumente zur Identifikation vorhanden sind. Dieser Aufgabenbereich sollte nicht nur zum Jobprofil des Social Media Managers gehören. Alle Mitarbeiter eines Unternehmens, die direkte Kontakte zu Kunden haben, müssen für die Kriterien sensibilisiert werden, an denen man einen wahren Fan erkennt. Denn: dem Facebook-Fan „gefällt“ Ihre Marke, der Markenultra hingegen liebt und verehrt sie. Es ist Aufgabe des modernen Markenmanagements, diesem Unterschied endlich gerecht zu werden.



Von Thomas Zorbach am 3. Mai 2012
in Allgemein, Diskurs, Fans, Marken, Social Media, Wissenschaft