Leipzig gut, alles gut!

Letztes Wochenende (01.08./02.08) fand in Leipzig das GamesCamp statt. Eines von Zweien. Denn das GameCamp wurde parallel zu den entsprechenden Messen in Leipzig „Games Convention Online“ und Köln „gamescom“ oranisiert.

Schon nach Eröffnung der Anmeldung bei mixxt war Köln begehrter als Leipzig, was mich ein wenig an die Messebeteiligung der Aussteller erinnerte. Die meisten wurden von Köln angezogen.

Somit eröffnete das GamesCamp mit nur einem Viertel der möglichen Anmeldungen. Anfängliche Zweifel, meinerseits, dass es sich auf die Motivation der Teilnehmer auswirken könnte, verliefen schnell wieder im Sande.

Die Location befand sich direkt auf dem neuen Leipziger Messegelände unweit der Haupthallen, wo die Games Convention Online (kurz: GCO) untergebracht war. Die Räume waren technisch top ausgestattet und klimatisiert. Gerade bei der über den Tag ansteigenden Hitze, sehr angenehm. Zudem stand uns permanent ein Techniker der Messe Leipzig zur Verfügung.

Nach einem verzögerten Beginn ging es nach BarCamp-Manier zur Sache. Sessions wurden vorgestellt und geplant, wobei festgestellt wurde, dass man doch eigentlich alles Sessions nacheinander abhalten konnte. Somit wurde im Nachbarkonferenzraum passend zum Game-Thema eine WII an den Beamer angeschlossen.

Den Anfang machte Bigpoint mit ihrer Session „Virtuelle Währung“. Nach der Vorstellung ihrer Plattform und der Firma selber (Wow, die sind ja viel größer, als sie auf den ersten Blick scheinen!) kam das Thema dann auf die virtuelle Währung. Anhand eines Beispielspieles von Bigpoint wurde erst einmal verdeutlicht, wie viel Macht und Einfluss eine Währung besitzen kann. Am Ende wurde sogar über soziologische Studien nachgedacht, da das Spiel (und die Währung darin) ja fast den weltwirtschaftlichen Markt wiederspiegelt.

Über das (hoffentlich bald erscheinende) iPhone Game „Bomb Commander“, Mac als Spielrechner, LANparty – Bolzplatz der Computerspiele, PENG GAMES – AR (Augmented Reality), Monetarisierung hinweg endete der Tag mit der Session „Was ist unternehmerisches Handeln/Denken?“. Es war ein durchweg durchmischter Tag! Es gab viele Vorstellungen und Diskussionen, aber mal auch pure Werbung (mStore).

Dadurch, dass alle Sessions hintereinander liefen, saß ich auch mal in der einen oder anderen mit drin, die mich vielleicht nicht direkt interessierte. Aber im Laufe der Diskussion konnte ich mich teilweise doch mit einbringen und noch besser – wider Erwarten – sogar etwas mitnehmen.

Genau das ist es, was ein BarCamp ausmacht. Und da ist es egal, ob 250 Leute anwesend sind, oder nur 25. Mit einem interessanten Thema und diskussionsfreudigen Menschen können sich alle hinterher bereichert fühlen.

Nachdem 15:30 Uhr dann alle Themen erschöpft waren, ging es auf die GCO, sich einen Überblick zu verschaffen. Aber da das Wetter die Hallen gut im Griff hatte, war nach einer Stunde bei mir auch schon wieder die Luft raus – es gab ja noch den Sonntag…

Und der war neben guten Gesprächen mit den „Todsünden der Selbstständigkeit“ gespickt. Diese Session löste sogar rege Diskussionen über das Thema hinaus aus. Leider musste ich mich gegen halb 1 (während die anderen zum Essen spazierten) schon wieder los, um meine Mitfahrgelegenheit nach Berlin zu erwischen. Die Messe ist ja ein wenig außerhalb – und ich musste noch packen.

Alles in allem waren auch die Veranstalter mit dem GamesCamp zufrieden und haben meiner Meinung nach einen guten Auftakt zum GamesCamp in Köln gelegt, welches am 22.08./23.08. stattfinden wird.

 

Ich danke für das tolle GamesCamp in Leipzig und wünsch viel Spaß und Erfolg in Köln!

Sophia/Zaphira

Bildquelle: GamesCamp @ Flikr

 

 



Von vm-people am 5. August 2009
in Diskurs

Besuch vom SPIEGEL

Neulich war Christian Deker, Redakteur bei SPIEGEL ONLINE, bei uns zu Gast, um sich mit uns über Virales Marketing zu unterhalten. Wir sprachen lange über unsere Arbeit, über einige aktuelle Projekte, die wir betreuen unter anderem über das Weblog für die fischerwerke. Obwohl unser Büro, eine „karge, ausgebeinte Altbauwohnung mit kahlen, weißen Wänden“ auf unseren Besucher offenbar etwas kühl und abweisend gewirkt haben muss, ist der Artikel insgesamt doch recht positiv ausgefallen.

Das war nicht unbedingt zu erwarten. In der Vergangenheit war der SPIEGEL nämlich nicht gerade zimperlich, wenn es darum ging, das Virale Marketing in die Pfanne zu hauen. „Was also bleibt vom Konzept des Viralen Marketing?“ fragte beispielsweise Netzwelt-Redakteur Frank Patalong im Jahr 2000 in seinem Artikel „Virales Marketing“: Kalter Kaffee, Mund zu Maus.“ „Eine ganze Menge! Der Begriff beispielsweise, und verbunden damit eine Ausweitung des Werber-Vokabulars, dass man sich nicht nur auf Kongressen gegenseitig an den Kopf werfen kann, sondern auch dazu taugt, in den Chefetagen zahlreicher Unternehmen frische Werbe-Etats loszueisen.“

Sechs Jahre danach habe ich mehr denn je die Gewissheit, dass aus dem Buzzword von einst eine „erwachsene“ Marketingdisziplin geworden ist. Nicht, weil der SPIEGEL inzwischen wohlwollender darüber berichtet, sondern weil ich inzwischen viele Leute kennen gelernt habe, die es mit dem Viralen Marketing Ernst meinen, die Grundhaltungen, Überzeugungen und Sichtweisen teilen, die nicht an kurzfristigen Effekten interessiert sind, sondern eine langfristige Wirkung anstreben. Und diese Leute kommen heute, da hatte Patalong seinerzeit durchaus Recht, immer öfter auch aus Unternehmen.

SPIEGEL ONLINE Artikel lesen



Von vm-people am 28. August 2006
in Artikel, Diskurs, In eigener Sache

„WOM-Marketing“ vor dem Aus?

Es kommt relativ häufig vor, dass ich Anrufe von verzweifelten Diplomanden bekomme, die sich redlich mühen, Begrifflichkeiten wie Viral Marketing, Buzz Marketing, Word of Mouth Marketing, Guerilla Marketing, Connected Marketing etc. voneinder abzugrenzen. Ich sage dann immer, dass ich daran auch schon verzweifelt bin und dass dagegen die Arbeit vom alten Sisyphos das reine Zuckerschlecken gewesen sei. Ich gebe gerne zu, dass ist nicht unbedingt das, was man als hilfesuchender Student gerne hören möchte.

In der aktuellen Ausgabe ihres Newsletters, der mich heute Nacht erreichte, bittet mich die Word of Mouth Marketing Association (WOMMA) um meine Mithilfe:

„Help save „word of mouth marketing“ at Wikipedia. A proposal has been made to close the Wikipedia entry for „word of mouth marketing“ and subsume it into the larger entry for „viral marketing“. Viral is a marketing technique of word of mouth equally valid with others such as buzz, grassroots, evangelism, and more. (…)“

Wird also einer der Sterne im ewig expandierenden Universum der Marketingbegriffe demnächst verglühen?

Gehen wir für den Moment einfach mal davon aus, dass es sich bei dem dramatischen Appell nicht um eine getarnte WOM-, Viral, Buzz- (hier bitte hier ihren persönlichen Lieblingsterm einsetzen) Maßnahme handelt, um die WOMMA ins Gespräch zu bringen. Nehmen wir also an, an der Sache sei etwas dran: Wer würde den Begriff Word of Mouth Marketing bei Wikipedia vermissen (außer dem gleichnamigen Dachverband)? Reden wir im Grunde nicht alle über das Gleiche? Über die Frage nämlich, was Unternehmen tun können am Ende einer langen Ära – der Zeit des Marketingstalinsmus?

Ich selbst habe mich vor langer Zeit für den Begriff „Virales Marketing“ entschieden, deswegen heißen wir heute nicht wom-people, sondern vm-people. Ich habe das damals ganz bewußt getan, weil der Bezeichnung meiner Meinung nach etwas innewohnt, was Mundpropaganda für eine erfolgreiche Verbreitung braucht – einen Neuigkeitswert. Denn genau das ist es, was uns Kritiker bis heute vorwerfen: Virales Marketing und das was dabei herauskommt, die Mundpropaganda, sei „alter Wein in neuen Schläuchen“.

Mir war von Anfang an klar, dass den Begrff Virales Marketing nicht alle gut finden werden, weil er bei vielen Menschen eine negative Assoziationskette anstößt. Aber genau deswegen halten wir an ihm fest. Denn er ist nicht nur neu und dadurch besser geeignet, die Entscheider im Unternehmen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Er ist vor allem auch kontrovers. Man kann sich an ihm reiben. Und wo Reibung ist, springt irgendwann auch ein Funke…

Sorry, WOMMA… aber meine Unterstützung habt ihr nicht!

Word of Mouth-Marketing bei Wikipedia
Viral Marketing bei Wikipedia



Von vm-people am 15. Juli 2006
in Diskurs

Mit Mindmaps besser präsentieren?

m Rahmen eines Abstechers nach Dresden diese Woche ergab sich die günstige Gelegenheit, einem Vortrag von Martin Röll zu lauschen. Thema: „Wikis: Gemeinsam online arbeiten“. Spaß gemacht haben mir nicht nur die Inhalte seiner Ausführungen, sondern vor allem auch die Vermittlungsform.

Dreh und Angelpunkt seines Vortrags war ein Mindmap, dass er offensichtlich nicht nur zur Strukturierung seiner Gedanken einsetzte, sondern auch als roten Faden seiner Präsentation. Anders als Powerpoint, wo der Vortragende Gefahr läuft, sich und sein Publikum, dem Diktat einer chronologischen Struktur zu unterwerfen, erlaubt ein Mindmap wilde Gedankensprünge, schafft permenante Orientierung und öffnet den Raum für einen Dialog.

Was ich mitnahm an diesem Abend, waren nicht nur jede Menge interessanter Infos über Wikis, sondern auch das gute Gefühl, dass sie womöglich doch exisitiert: eine Alternative zu Powerpoint.

Mindmap zum Vortrag ansehen



Von vm-people am 10. Februar 2006
in Diskurs, Vermischtes, Vorträge & Seminare

Virales Marketing auf dem Vormarsch

Die HORIZONT vermeldet in ihrer aktuellen Ausgabe (Nr. 36/2005), dass die deutschen Marketingmanager verstärkt auf alternative Werbeformen setzen. Das geht aus einer Studie hervor, die von der GfK durchgeführt wurde. Dem Nürnberger Institut zur Folge profitiert auch das Virale Marketing von dieser Tendenz („Satte Steigerungsraten“). „Im Jahr 2005 nutzt immerhin jedes vierte Unternehmen die moderne Form der Mund-zu-Mund-Propaganda. Vor zwei Jahren waren es nur knapp 15%.“

Interessant ist, dass die HORIZONT das Virale Marketing als „Below-the-Line“- Werbung einstuft. Abgesehen davon, dass mir noch nie jemand schlüssig erklären konnte, wo diese Linie verläuft, wer sie gezogen hat und was genau sie eigentlich voneinander trennt, finde ich diese Klassifizierung fragwürdig. Denn Virales Marketing ist keine „Werbeform“.

Nach unserem Verständnis geht es beim Viralen Marketing darum, das Unternehmen so auszurichten, dass es von der Macht der Mundpropaganda und von Weiterempfehlungen profitieren kann, angefangen bei seinen Angeboten über die Vermarktungsmaßnahmen bis hin zur eigenen Kultur. Virales Marketing ist dann erfolgreich, wenn es nicht als kurzfristige Taktik verstanden wird, sondern als langfristiger Perspektiven- und Strategiewechsel.



Von vm-people am 14. September 2005
in Artikel, Diskurs