Deutsche sind immun

Die W&V macht in ihrer aktuellen Ausgabe eine Bestandsaufnahme zum Thema Virales Marketing und stellt fest, dass virale Kampagnen in Deutschland nach wie vor rar sind. Die Ursache liege in der deutschen Eigenart, im Vorfeld alles ergründen und erforschen zu wollen und in einer kulturell verankerten Angst vor dem Scheitern.

 

 

In der Tat, statt Mut und Experimentierfreude ist in Deutschland nach wie vor Planungssicherheit das Maß aller Dinge. Das ist schon verwunderlich, denn eigentlich sollte es sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, dass der Marketing-Stalinismus in der vernetzten Welt ausgedient hat.

Wer mit Viralem Marketing Erfolg haben möchte, muss sich frei machen vom Planungsfetisch, insbesondere vom linearen, monokausalen Denken der alten Ära. Dazu gehört auch, den Zufall nicht zu verteufeln, sondern ihn als Freund lieben zu lernen. Die Ungewissheit, die dadurch entsteht birgt nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass fast bei allen erfolgreichen viralen Kampagnen, die ich kenne, ein Zufallselement mit ihm Spiel war. Deswegen lautet einer meiner Glaubenssätze: „Gib dem Zufall eine Chance!“



Von vm-people am 25. März 2005
in Artikel, Diskurs

Gesponsorte Werbe-Kumpels?

Das von mir sehr geschätzte Magazin brand eins stellt in seiner aktuellen Ausgabe verschiedene Versuche und Methoden des Marketing vor, Jugendliche als Kunden zu gewinnen und wirft dabei die Frage auf: „Was ist cool?“. Uncool finde ich, wenn in einem Beitrag abenteuerliche Zusammenhänge hergestellt und Fakten plattgewalzt werden, nur um eine Story durchzubringen.

So werden in dem Artikel die Bostoner Agentur BzzAgent und die Mitglieder der Viral & Buzz Marketing Association (VBMA) auf eine Stufe gestellt. BzzAgent, so heißt es, schickt Leute auf die Straße, „damit sie bei ihren Freunden verdeckte Mund-zu-Mund-Propaganda für ein bestimmtes Produkt machen.“ Und weiter: „Mit der Viral & Buzz Marketing Association haben die Freunde der gesponsorten Werbe-Kumpels nun auch in Deutschland Fuß gefasst.“

Die VBMA ist ein internationaler Verband, der aus dem Geist heraus gegründet wurde, dass Begeisterung und Leidenschaft die besten Treibstoffe sind, wenn es darum geht, die Verbreitung einer Marke von Mund-zu-Mund anzuheizen, nicht Geld oder Geschenke. Ich persönlich bin daher kein Freund des gesponsorten Werbe-Kumpels. Liebe Freunde von der brand eins, habt ihr euch eigentlich gar nicht gefragt, warum die Agentur BzzAgent nicht zu den Mitgliedern der VBMA zählt?



Von vm-people am 24. Februar 2005
in Artikel, Diskurs, VBMA

Polo Blow

„Whodunit“? Die Frage nach dem Täter, die in der Kriminaliteratur eine ganze Gattung beschreibt, scheint auch auf dem Gebiet des Viralen Marketing mehr und mehr an Gewicht zu bekommen.

 

 

Denn die Frage, wer dahinter steckt, hält nicht nur den Leser eines Krimis bei der Stange, sondern vermag aktuell auch viele Diskussion, um den kontroversen Clip für den VW Polo anzuheizen. Waren es zwei englische Filmemacher, die sich ins Gespräch bringen wollten? Wußte die Werbeagentur bescheid? Hatte gar der Kunde die Finger im Spiel?

Ich persönlich halte den Clip für einen Anschlag auf die Marke VW. Es fällt schwer, mir vorzustellen, dass man in Wolfsburg auf die Idee gekommen sein könnte, die eigene Marke in den Köpfen der Menschen mit Themen wie Bombenterror und Selbstmord zu verknüpfen. Aber vielleicht kommt ja am Ende heraus, dass der Täter ein Konkurrent war?

Beitrag zum Thema in RTL-Explosiv downloaden



Von vm-people am 26. Januar 2005
in Aktuelle Fallbeispiele, Diskurs